Erhöhtes Anforderungsniveau

Das erhöhte Anforderungsniveau (EAN) ist auf verschiedenen Ebenen umzusetzen.

1. Ausweitung des Lehrstoffs

Der im Lehrplan für die Hauptschule ausgewiesene Lehrstoff gilt auch für die M-Klassen. Der höhere Wissensstand wird dadurch erreicht, dass Lehrplaninhalte mit Angebots- oder Auswahlcharakter (fakultative Beispiele, zusätzliche Lernziele und Lerninhalte, im Lehrplan mit "z. B.", "ggf.", mit * oder ?  gekennzeichnet) möglichst in vollem Umfang einbezogen werden. Querverbindungen werden intensiver behandelt.

Der im Lehrplan vorgegebene Freiraum (Kapitel I Nr. 6.9) und der durch das erhöhte Arbeitstempo geschaffene Freiraum sollen im M-Zug verstärkt unter dem Gesichtspunkt der Relevanz der Inhalte für die Jahrgangsstufe 10 und für die Abschlussprüfung genutzt werden. Dies bedeutet nicht, dass Lernaufgaben aus dem Lehrplan der Jahrgangsstufen 10 in darunter liegende Jahrgangsstufen gezogen werden. Es sollen aber, wo sich in den jeweiligen Jahrgangsstufen sinnvolle Anknüpfungsmöglichkeiten anbieten, die für die Abschlussprüfung besonders relevanten Themen und Inhalte aufgegriffen und grundlegend behandelt werden.

2. Die höhere Komplexität der Aufgabenstellung zeigt sich z.B. in Folgendem:

  • Die Aufgabenstellung ist umfangreicher.
  • Die Aufgabenstellung umfasst nicht nur den aktuellen Stoff, sondern verstärkt auch früher behandelte Themenbereiche.
  • Die Aufgabenstellung beinhaltet mehrere voneinander abhängige und aufeinander aufbauende Problemfelder, deren Zusammenhang schwieriger zu erfassen ist.
  • Die Lösungsstrategie erfordert mehrere Zwischenschritte.
  • Die Aufgabenstellung ist von der Lehrkraft nicht in dem Maße vereinfacht und/oder vorstrukturiert wie in der Regelklasse.

3. Höherer Grad der Beherrschung bedeutet konkret z.B.:

  • Wissen und Fähigkeiten/Fertigkeiten sind sicher verankert und können ohne Schwierigkeiten abgerufen werden.
  • Fachspezifische sowie fächerübergreifende Arbeitsweisen werden effektiv angewandt (Methodenkompetenz).
  • Die Fachsprache wird korrekt und sicher angewandt, die Ausdrucksfähigkeit in Wort und Schrift ist allgemein höher (Sprachkompetenz).
  • Zusammenhänge werden schnell erkannt.
  • Verschiedene zusammenhängende Bereiche können miteinander verknüpft werden.
  • Erkenntnisse können auf andere Bereiche übertragen werden.
  • Die geringere Fehlerhäufigkeit ist zu sehen im Zusammenhang mit den erhöhten Anforderungen bei der Aufgabenstellung, an der sich die Bewertung der Schülerleistungen orientiert.

4. Das höhere Arbeitstempo drückt sich z.B. aus:

  • in einem schnelleren Vorangehen bei der Bewältigung der Lernaufgaben und
  • in kürzerer Arbeitszeit zur Lösung von Aufgaben bzw. in einem größeren Umfang der Aufgaben pro Zeiteinheit.

5. Bei den Arbeitshaltungen zeigt sich das erhöhte Anforderungsniveau z.B. durch:

  • vermehrt eigenes Interesse zeigen und Verantwortung übernehmen,
  • diszipliniertes und planvolles Arbeiten,
  • höhere Bereitschaft und Fähigkeit, den Unterricht durch eigene Beiträge mitzugestalten,
  • höhere Bereitschaft und Fähigkeit, im Team zu arbeiten,
  • größere Belastbarkeit und Ausdauer.

6. Höherer Grad der Selbstständigkeit:

  • Informationsmaterial eigenständig beschaffen, auswerten und einsetzen
  • Aufgabenstellungen eigenständig auswerten, angemessene Lösungswege finden und strukturieren
  • weite Aufgabenstellungen im Hinblick auf die jeweilige Zielstellung eingrenzen
  • Lösungsstrategien selbstständig vergleichen, entwickeln, anwenden und bewerten
  • eigene Arbeitsmethoden entwickeln und den eigenen Lernprozess organisieren/steuern
  • eigene Ideen entwickeln und umsetzen

Dieser Text stammt aus einem Schreiben des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 06.05.2003.

Dateien:
M-Klassen Präsentation v.2009 Beliebt

Informationspräsenation über den Mittlere-Reife-Zug an Mittelschulen.

Autor Christian Hanauer Datum 20.10.2015 Dateigröße 2.37 MB Download 719 Download