Heute sollte es endlich fehlerfrei klappen! Nach zwei Stunden Präsenzunterricht in der Schule und einer anschließenden kurzen Vorbereitung auf das Homeoffice, war es fast so weit. Um 11.00 Uhr startete dann die vereinbarte Videokonferenz. Ziel war es, das neue Thema im Fach Mathematik „Terme und Gleichungen“ zu besprechen, Probleme auszuräumen und einige Übungsaufgaben gemeinsam zu rechnen.

Bereits im Vorfeld hatte ich einiges, worüber ich mir den Kopf zerbrechen konnte: Hatten die Schüler ihre Aufgaben vorbereitet, um daran anzuknüpfen? Würde die Verbindung dieses Mal halten? Welche Schwierigkeiten würden während der Videokonferenz auftauchen? Wie kann ich helfen, wenn es zu mehreren Problemen gleichzeitig kommt? Gibt es ein großes Durcheinander? Werden die Gesprächsregeln eingehalten oder sprechen alle auf einmal und keiner versteht mehr den anderen? Wie kann ich etwas erklären und die fest verbaute Kamera auf die Übungen richten? Fragen über Fragen. Dabei zeigte sich, je mehr man sich damit beschäftigte, desto mehr neue Fragen tauchten auf.

Nun war es soweit: Ein Schüler nach dem anderen betrat das digitale Klassenzimmer und wir begrüßten einander. Durch die vorausgegangenen Versuche, als die Kommunikation noch nicht so stabil lief und immer wieder der eine oder andere im Freeze-Modus war oder einfach die Verbindung gekappt wurde, waren wir ja bereits krisenerprobt.

Das Einhalten der Gesprächs- und Verhaltensregeln funktionierte wie von selbst. War es in den vorhergehenden Wochen noch ein ständiger Kampf gewesen, eine Videokonferenz durchzuführen und war es häufig sehr frustrierend gewesen, so funktionierte es nun ohne Probleme. Tatsächlich hielt dieses Mal die Verbindung über die ganzen 90 Minuten, in denen wir zusammen lernten, übten und uns austauschten. Wir machten uns mit den Funktionen des digitalen Klassenzimmers vertraut und der eine oder andere nutzte auch die Funktion des „digitalen Meldens“, woraufhin er auch mehr Gesprächszeit bekam.

Die bisherigen Erfahrungen des Online-Unterrichts offenbarten deutlich, dass sich aktuell in diesem Bereich sehr viel verändert. Es zeigt jedoch auch, dass gerade zu Beginn viel und stetig geübt werden muss, um Probleme mit der Technik und der Bedienung einzelner Elemente in den Griff zu bekommen. Sind diese Unwägbarkeiten erst einmal überwunden, stellen sich aber auch die ersten Erfolge ein, die zum Weitermachen animieren. Nach anfänglichen Hürden und dem „Vertrautwerden“ der Schüler mit den digitalen Möglichkeiten sind nun regelmäßige Einheiten kein Problem mehr und werden auch eifrig genutzt. Die Klasse 7aG ist nun vollständig im digitalen Schulzeitalter angekommen.

Autor: Waldecker, Reinhold - Lehrer