Geliebte Gabi

Am 15. Januar besuchten wir – die Klassen 8cM und 8dM mit unseren Lehrkräften die Wanderausstellung „Geliebte Gabi“ am Gymnasium in Bad Aibling. Dort wurden wir freundlich von Frau Stümpfl begrüßt. Herr Bernhard Jaumann, ein ehemaliger Lehrer der Schule, führte uns in zwei Gruppen durch die Ausstellung.

Um was geht es eigentlich in dieser Ausstellung? Und, wer ist Gabi?

Gabi war ein 5-jähriges Mädchen, das von seiner Mutter in eine Pflegefamilie ins Allgäu gegeben wurde. Lotte, die Mutter war Jüdin, aber wie ihre Tochter katholisch getauft. Sie lebten in der Zeit des Nationalsozialismus und jüdische Bürger, auch wenn sie konvertiert waren, wurden von den Nazis verfolgt, deportiert und ermordet. Deshalb versuchte die Mutter ihr kleines Mädchen zu retten und gab sie in eine katholische Familie.

Gabi erlebte dort in ihrer Kindheit ein schönes Leben. Sie wurde von ihrer Pflegefamilie geliebt, wuchs unbeschwert auf, liebte es die Hühner zu füttern und draußen zu spielen. Ihre leibliche Mutter besuchte sie regelmäßig und gab der Familie einen Fotoapparat, Gabi und ihr Leben dort wurde in vielen Bilder festgehalten.

Doch diese schöne Zeit fand irgendwann ein Ende. 1943 bekam die Pflegefamilie von der Gestapo die Nachricht, dass sie Gabi am nächsten Tag in einem Kinderheim in München abgeben sollten. Die Familie musste das schweren Herzens tun, ansonsten hätten sie sich in Lebensgefahr gebracht. Das Mädchen wurde dort mit vielen anderen Kindern nach Auschwitz in das Vernichtungslager deportiert und dort vergast.

Im Ausstellungsraum gab es neben den Bildern von Gabi viele Originalstücke aus ihrem Leben – so konnten wir neben der Agfabox (Fotoapparat), Kinderski mit Stöcken, ihre Wiege und ihre Kinderschuhe sehen. Das hat uns alle sehr berührt, denn das sind Spuren ihres kurzen Lebens.

Herr Jaumann erzählte uns ihre Lebensgeschichte sehr anschaulich und wir durften jederzeit Fragen stellen. Auf kleinen Videosequenzen gab es auch Interviews mit Mitgliedern der Pflegefamilie – dabei war spürbar wie sehr Gabi von ihnen geliebt worden war und dass sie unvergessen ist.

Wir waren alle sehr betroffen von dieser Geschichte und fanden es sehr wichtig, ein persönliches Schicksal des Dritten Reiches nachvollziehen zu können. Wir dürfen nicht vergessen, was damals an Unrecht geschehen ist – das hat diese Ausstellung gezeigt.

ALENA, SOFIE, AMELIE, MILA und ELISABETH (Schülerinnen Klassen 8cM)