Und wieder einmal geht ein Schuljahr an der Mittelschule Wasserburg zu Ende. Allerdings kein Schuljahr, das in dieser Form schon jemand erlebt hat – weder die alten Hasen an der Schule noch die jungen Hüpfer. Ein Jahr, in dem manche Klassen nahezu drei Monate das Schulgebäude und ihre Klassenzimmer nicht betreten haben, in dem für Schüler wie auch für Lehrer „digitaler Unterricht“ eine Bedeutung bekommen hat, in dem es wirklich für alle große Herausforderungen zu meistern galt.

Vor allem aber traf es die Abschlussklassen, die kurz vor ihren Prüfungen standen und somit eine Vorbereitung auf diese von zu Hause stattfand. Aufgaben wurden per Mebis, dann via Schülerportal erteilt, Lösungen per Selbstkontrolle verglichen, Fragen über verschiedene Kanäle, etwa auch über Telegram an Lehrer gestellt, die mehr denn je erreichbar waren.

Als am 27.03.20 dann endlich wieder Präsenzunterricht gehalten wurde, zwar mit geteilten Klassen, strengen Hygieneauflagen und Infektionsschutzmaßnahmen, waren alle heilfroh. Eine ebenso neue Erfahrung. Die diesjährigen Entlassschüler werden allerdings in keiner Weise Normalität erfahren, da sowohl ihre Prüfungen unter strengen Auflagen des Infektionsschutzes abgehalten wurden, was auch auf ihre Abschlussfeier zutreffen wird.

Aufgrund der Ausnahmesituation in diesem Jahr werden am Freitag, den 24.Juli 2020 alle Abschlussschüler entlassen, jedoch finden insgesamt vier Abschlussfeiern statt, auf welche die Schüler aufgeteilt werden. Diese finden in der für 50 Personen bestuhlten Aula statt, welche jeweils 45 Minuten dauern werden und eine Begrüßung mit Ansprache der Schulleiterin Frau Albert, eine Videobotschaft des Bürgermeisters Herrn Kölbl, eine Ansprache der Klassenleiterinnen sowie die Zeugnisverleihung und die Ehrung der/des Klassenbesten durch die Klassenleitung, den Elternbeirat und die Schulleitung beinhalten. Nicht nur in Betracht der außergewöhnlichen Rahmenbedingungen für diesen Prüfungsjahrgang können die Abschlussschüler erfolgreiche Leistungen aufweisen.

Den qualifizierten Mittelschulabschluss haben 68,2% der 44 Teilnehmer bestanden. Die beste Schülerin war dabei von den internen Teilnehmern Kebinger, Lenie aus der 9a mit einem Notendurchschnitt von 1,4. Darüber hinaus haben 87,5% der acht Teilnehmer der Praxisklasse den Abschluss der Mittelschule erfolgreich absolviert. Bester Schüler hierbei war J. Mehdi mit einer Gesamtnote von 2,2.

An der Mittleren Reife Prüfung haben dieses Jahr insgesamt 73 Schüler teilgenommen, wovon 94,5% erfolgreich bestanden haben. Schüler mit einem besonders erfolgreichen Ergebnis sind Flori, Juliane aus der 10aM mit einer Gesamtnote von 1,0, S. Pauline aus der 10bM mit 1,22 und S. Elena aus der Vorbereitungsklasse mit 1,22.

Somit haben dieses Jahr von insgesamt 125 Prüflingen 106 die Abschlussprüfungen erfolgreich bestanden, was 84,8% entspricht.

Alle anderen Schüler erhalten ebenfalls am Freitag, den 24.Juli ihre Zeugnisse, wobei diese klassenweise in zwei Gruppen eingeteilt werden. Ihnen werden von 7.50-9.00 Uhr und von 9.15-10.15 Uhr ihre Jahreszeugnisse in den Klassenräumen ausgehändigt, damit die Hygienevorschriften gewahrt werden.

Die ganze Schulfamilie hat bewiesen, dass auch eine Pandemie dem erfolgreichen Abschluss eines Schuljahres nicht entgegensteht, was allerdings nur durch die Mithilfe eines jeden Einzelnen möglich war und ist.

Sehr geehrte Eltern, sehr geehrte Erziehungsberechtigte,

ab dem Schuljahr 2020/2021 besuchen alle neu berufsschulpflichtig gewordenen Absolventinnen und Absolventen der allgemeinbildenden Schulen (v. a. der Mittelschulen), die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben bzw. keine weiterführende Schule besuchen, ein Vollzeitangebot der Berufsschule.

Die Berufsschulen richten dazu passende Klassen des Berufsvorbereitungsjahres ein. Eine Beschulung in Teilzeit (an einem Tag in der Woche oder einem achtwöchigen Block) wird nicht mehr angeboten.

Die Vollzeitklassen des Berufsvorbereitungsjahres bieten bessere Rahmenbedingungen, um die Schülerinnen und Schüler beim erfolgreichen Übergang von der Schule in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu unterstützen (u.a. durch integrierte Betriebspraktika und sozialpädagogische Betreuung).

Daneben stehen auch die bewährten Angebote der Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung zur Verfügung.
Im beiliegenden Informationsflyer finden Sie weitere Informationen zum Berufsvorbereitungsjahr an der Berufsschule.

Für eine individuelle Beratung zu allen Fragen rund um die Berufsschulpflicht und die neuen Angebote an Ihrer Berufsschule können Sie sich gerne an die Ansprechpartner an Ihrer Mittelschule oder der zuständigen Berufsschule wenden:

Andrea Selbertinger
Berufsberaterin

Ich bin in zu erreichen in der
Bundesagentur für Arbeit
Agentur für Arbeit Rosenheim
Wittelsbacher Straße 57
83022 Rosenheim
Telefon: 08031/202-241 (Durchwahl)
Berufsberatung Rosenheim:
08031/202-222
Mo-Do 08.00-12.00 Uhr und 13.00-16.00 Uhr
Fr 08.00-12.00 Uhr
Telefon :0800/4555500
Andrea.Selbertinger@ arbeitsagentur.de

Persönliche Beratungen sind derzeit leider nicht möglich


Zusätzliche Hinweise zur Berufsvorbereitung an den Berufsschulen finden Sie auch unter www.berufsvorbereitung.bayern.de. Die Seite befindet sich aktuell im Aufbau und wird schrittweise mit weiteren Inhalten befüllt.

Berufsschulpflichtige, die bis zum 1. Juli 2020 noch keinen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben bzw. für das Schuljahr 2020/2021 an keiner weiterführenden Schule aufgenommen wurden, müssen sich bei der zuständigen Sprengelberufsschule für das Berufsvorbereitungsjahr anmelden.

Wir freuen uns, mit unserem neuen Konzept und gemeinsam mit Ihnen die Jugendlichen beim erfolgreichen Einstieg ins Erwerbsleben zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen
gez. German Denneborg, Ministerialdirigent

Eine Zeit des Homeschoolings und eines neuen Schulsystems

 

Corona, eine Seuche die aufgetreten ist, kurz mal dein alltägliches Leben komplett verändert hat und nicht mehr verschwindet.

Der 13. März 2020 war der letzte normale Schultag unseres Schuljahres. Es hieß die Schule fällt bis zu den Osterferien aus, danach sollte es wieder normal weiter gehen. Da Lehrer und Schüler davon auch ausgingen, sagten die Lehrer, wir sollen nur bestimmte Schulsachen mitnehmen. Hätte ich zu dem Zeitpunkt gewusst, dass die Zeit zu Hause länger dauert, ich meine Freunde länger nicht sehen können würde, die Friseure schließen und sich einfach alles ändern würde, hätte ich vieles anders gemacht. Zum Beispiel hätte ich all meine Schulsachen mitgenommen, meine Freunde so fest umarmt, dass ich ihnen vermutlich sämtliche Rippen gebrochen hätte, ich wäre schon früher zum Friseur gefahren und hätte nicht auf die Osterferien gewartet. Manchmal wünsche ich mir, in die Zeit zurück reisen zu können und zumindest alle vorwarnen zu können.

So begann die Zeit des Lockdowns. Am Anfang hab ich noch gedacht, so schlimm wird es nicht werden, schließlich bin ich eigentlich gerne zu Hause und die Aussicht auf dauerhaftes Ausschlafen tröstete mich zunächst. Zu Hause Unterricht zu machen, davon hab ich oft geträumt, doch spätestens nach der 1. Woche Homeschooling merkte ich schon, wie sehr ich es hasse. Das Problem waren nicht nur die ganzen Plattformen, die dauernd abstürzten, sondern auch der ganze Stoff, den man sich nicht so einfach selbst beibringen kann. Bestes Beispiel: Mathe. Jeden Tag eine neue Buchseite! Zuerst kam ich damit ganz gut klar und konnte nebenbei den anderen Stoff gut erledigen, doch schon bald saß ich allein schon vier Stunden (das ist keine Übertreibung) an einer Mathe-Buchseite. Meine große Schwester, die ins Gymnasium geht und bald ihr Abitur schreibt, half mir bei Mathe so gut sie konnte. All ihre Bemühungen konnten jedoch nicht den Unterricht in der Schule ersetzen, vieles wollte einfach nicht in meinen Kopf! Auch wenn ich einiges doch auch verstehen konnte und in Eigenregie lernte, sobald wieder neuer Stoff hinzukam, überrollte mich eine Welle der Überforderung. Ich geriet zunehmend ins Hintertreffen, hing dem Stoff hinterher, der Druck stieg und schließlich hatte ich das Gefühl völlig zu versagen, außerdem war Mathe nicht mein einziges Fach. Wir sollten beispielsweise in AWT eine Projektmappe machen, die ich nebenbei gestalten sollte, was mir auch gelang. Vielen meiner Klassenkameraden erging es ganz ähnlich, wie ich im Klassenchat erfuhr, das erleichterte mich etwas und unsere Klassenleitung zog daraus die Konsequenz, so dass wir ab sofort keine neuen Themen in Englisch und Deutsch erarbeiten mussten.

Ich muss sagen, dass ich eigentlich Glück habe, eine große Schwester zu haben, die es mir erklärt. Denn andere, die es nicht verstehen und keine große Schwester als Unterstützung haben, haben es noch schwerer.

Zu allem Überfluss hatten wir auch noch mit technischen Problemen zu kämpfen. Da die Schulplattform Mebis total überlastet war, bekamen wir ab der 2. Woche Codes für eine neue Plattform namens Homeworker. Diese funktionierte eine Zeit lang gut, bis dann die nächsten Komplikationen auftraten. Anmeldeprobleme, Download-Schwierigkeiten, fehlerhafter Informationsfluss, sind nur ein paar, die man nennen kann.

Die ersehnten Osterferien waren rasch da, aber auch schnell wieder vorbei und ein Präsenzunterricht war weiterhin nicht in Sicht. Inzwischen waren wir mit dem Mathe Thema durch, das niemand verstanden hatte, dennoch starteten wir mit dem neuen Themenbereich. Jetzt wurden auch weitere Fächer für die Erarbeitung zu Hause aufgegeben, die eigentlich erst in der Schule wieder dran kommen sollten. Gefühlt wuchs der Frust der Schüler, sowie auch bei mir selbst, da ich gewisse Entscheidungen einfach nicht mehr nachempfinden konnte. Das Schülerportal funktionierte nur noch zeitweise oder fehlerhaft, weshalb sich manche Schüler umhörten, ob es nicht eine besser funktionierende Alternative gibt. Mit viel Mühe wurde recherchiert und die Nutzung anderer Plattformen vorbereitet. Letztlich war es doch umsonst, da von Lehrerseite aus eine Umstellung - aufgrund des zu hohen Aufwands - abgelehnt wurde.

Während der Ferien mussten wir Referate vorbereiten, die wir dann, sobald die Schule wieder anfangen würde, halten sollten. Die Zeit zwischen dem Ende der Osterferien bis zum Anfang des „neuen“ Schulstarts, verlief zwischenzeitlich recht routiniert. Bald bekamen wir das Datum und den Plan, wann und wie der Unterricht verlaufen würde, und welche Hygienemaßnahmen umgesetzt werden sollten. Wir wurden in zwei Gruppen eingeteilt und erhielten unterschiedliche Präsenzzeiten mit verkürzten Schulstunden. Die nächste Problematik war dann natürlich die Gruppeneinteilung, die nicht bei allen auf Begeisterung stieß. Schließlich aber arrangierten sich alle mit der neuen Situation. Der zunächst chaotische Start wurde bald zur neuen Routine und in manchen Fächern war es nun auch möglich, digital am Unterricht der jeweils anderen Gruppe teilzunehmen. Das Mittel dazu: Unser digitales Klassenzimmer.

Ich finde es an sich schön und angenehm wieder in die Schule zu dürfen und den jeweiligen Stoff vom Lehrer erklärt zu bekommen. Auf der anderen Seite jedoch finde ich es aber schade, dass ich meine Freunde zwar sehen aber nicht umarmen darf. Trotzdem war ich bis heute noch nicht beim Friseur.

Ich bin gespannt wie die ganze Sache nach den Pfingstferien weitergehen wird.

 

By: Emely Haberzettl; Klasse:9cM